Vorweihnachtszeit in den Bergdörfern Andalusiens Teil 1

Wir setzten den kurzen Weg nach Spanien über und fuhren in Richtung Huelva. Es war der 5.12. – also kurz vor Nikolaus. Wir suchten uns einen Platz am Meer. Den fanden wir in „Palos de la Frontera“ hinter der Industrie- und Hafenstadt Huelva. Es war ein großer Sandparkplatz bei einer Strandbar und in der Nebensaison wird dort das Stehen mit Wohnmobilen toleriert. (N37°7`54.11“ / W-6°49`34.28“)


Am Abend wurden die Schuhe raus gestellt in der Hoffnung, dass der Nikolaus den Weg an den Strand findet und bei uns halt macht.

Madi hatte Glück – sie war anscheinend lieb und hatte etwas in ihrem Stiefel…

In den nächsten Tagen wollten wir ins Hinterland und in die Berge, um einige Dörfer und Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Der erste Stopp wurde in „Alàjar“ gemacht. Der Ort liegt etwa 100km von Huelva entfernt und hat ca. 800 Einwohner. Vor dem kleinen Ort gibt es einen Naturparkplatz unter Olivenbäumen. (N37°52`26.39“ / W-6°40`11.13“)
Es war Sonntag und der Platz war VOLL. Daher hatten wir einige Mühe, durch die tief hängenden Äste einen Platz für unser Womo zu finden, aber es gelang uns nach endloser Kurbelei schließlich doch.
So schnallten wir die Schuhe an und machten uns auf…
Typisch für spanische Dörfer natürlich die weißen Häuser und schmalen Gassen im Ort.

Da es der 1. Advent war, trafen sich jede Menge Menschen aus den umliegenden Gemeinden auf dem „Plaza de Espana“ an einem Restaurant. Sie tauschten sich mit ihren Freunden und Familien aus, genossen bei herrlicher Dezember-Sonne einen Wein oder Bier sowie feinste Schinken- und Käseplatten oder Kaffee und Kuchen…
Wo wir gerade da waren: Der Song „Senorita“ aus dem Bollywood Film „You only live once“ von 2011 wurde hier gedreht 😉
Wir kehrten kurz in eine kleine Confiteria ein, um uns mit einem frischen Apfelkuchen zu stärken.

Denn wir hatten noch etwas vor: Wir wollten zum Wallfahrtsort hoch wandern, der über dem Ort thront. Eine Kirche sowie ein Glockengiebel sind die Kultstätte, zu der jedes Jahr Anfang Mai eine Wallfahrt stattfindet. Zu der Zeit ist im ganzen Ort alles ausgebucht… Es gibt auch mehrere Höhlen oben, aber es scheint keine begehbar zu sein.
Man kann auch mit dem Auto (oder Wohnmobil) hoch fahren – Parkplätze gibt es genug. Aber wir wollten uns bewegen 😉
Der Aufstieg war gut zu meistern und dauerte ca. 45 Min. Belohnt wurde man oben mit einem imposanten Ausblick über das Dorf und die umliegenden Berge. Ein Ort der Ruhe, wenn man nicht gerade sonntags hoch geht…


Rund um die Kirche waren einige Stände aufgebaut mit Andenken, handgemachten Dingen und gerösteten Kastanien.


Beim Abstieg bekamen wir Besuch an unserem Wanderpfad:

Wieder unten angekommen machten wir noch einen Schwenker durchs Dorf und an der Kirche de San Marcos vorbei, die mitten in dem kleinen Örtchen thront.

Nach diesem „sportlichen“ Tag suchten wir unser nächstes Nachtlager auf – in „Aracena“.

Die Stadt wird auch als „Hauptstadt der Berge“ bezeichnet. Sehenswürdigkeiten sind die alte Burg, die sich über der Stadt erhebt sowie die Tropfsteinhöhle „Gruta de Marvillas“. In der Nähe von Aracena liegt auch der Stausee, der die Provinz Huelva sowie die Erdbeerproduktion in der Umgebung mit Wasser versorgt.
Westlich der Stadt gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz, auf dem das Stehen sowie das Übernachten mit Wohnmobilen gestattet ist. (N37°53`18.6“ / W-6°34`15.16“)

Wir suchten uns einen Platz, machten Siesta und als es dunkel wurde, gingen wir den kurzen Fußmarsch in den Ort, um uns dort umzuschauen.

Alles war weihnachtlich geschmückt und am Marktplatz war sogar eine Eisbahn aufgebaut, auf der man mit Schlittschuhen sein können unter Beweis stellen konnte.

Eislaufen ist nicht gerade die Parade-Disziplin der Spanier bei einer Olympiade – und das sah man auch. Aber wie auch, wenn so gut wie nie irgendwo Seen zufrieren oder es keine Eishallen gibt, wie bei uns…

In den unzähligen Bergdörfern gibt es einiges zu entdecken und erleben. So fuhren wir am nächsten Tag ein Stück weiter. Nach „Almonaster la Real“.

Neben der historischen und sehr gut erhaltenen Altstadt ist die Umayyaden Moschee die größte Sehenswürdigkeit der knapp 1900 Seelengemeinde.
Parken und auch übernachten könnte man östlich des Ortes auf einem großen Sandparkplatz. (N37°52`13.07“ / W-6°47`1.89“)

Von dort aus gelangt man zu Fuß auch in ein paar Minuten bis zum Ort und der Moschee, die aus dem 10. Jahrhundert stammt.

Das Wetter war schön aber es sollte sich in den nächsten 2 Tagen zu ziehen, kühler werden und regnen sowie stürmen. Daher wir fuhren wieder ans Wasser. Aber nicht ans Meer, sondern an einen Stausee. Nahe dem Ort „Puerto Moral“ liegt der Stausee „Embalse d`Aracena“.

Die Zufahrt war über ca.5 km eher eine Stoßdämpfer-Teststrecke als eine Strasse. Aber wir wurden mit einem herrlichen Ausblick sowie absoluter Einsamkeit belohnt!! (N37°54`39.96“ / W-6°27`21.34“)
Zudem schien an dem Tag noch die Sonne 🙂

Am nächsten Nachmittag ging es weiter. Wir ließen Sevilla links liegen, weil wir die Stadt gerne bei wärmeren Temperaturen und über einige Tage erkunden möchten und fuhren durch wunderschöne Landschaften weiter…

Also kamen wir nach etwas längerer Fahrt am „Embalse de Arcos“ an, unterhalb der Stadt „Arcos de la Frontera“. Dort fanden wir in einer Urbanizacion einen windgeschützten Platz mit Blick auf die Stadt und den See. (N36°45`30.24“ / W-5°47`21.8“)

Anscheinend waren die letzten Wanderungen für Markus`s Rücken zu anstrengend, da er seit Tagen über heftige Schmerzen im Rücken klagte. Mitten in der Nacht ging gar nichts mehr. Weder liegen noch stehen oder sitzen und wir mussten ins nächste Krankenhaus nach Villamartin. Gegen 24Uhr kamen wir dort an und wurden auch direkt behandelt. Der Rücken wurde geröntgt und Markus bekam eine Spritze sowie zusätzlich muskelentspannende Medis mit. Gekostet hat uns der Besuch knapp 80€ (als Privatpatienten!!) Fanden wir recht preiswert…
Also wieder zurück zum Womo gequält und schlafen gelegt. Die Medikamente waren so entspannend, dass Markus die nächsten 2 Tage fast nur schlief… 
Das Wetter war eh mies, von daher war es kein Problem eine Ruhepause einzulegen.
Wann und wie es weiterging kommt demnächst…..

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright 2016 auszeit-im-womo.de